Peter Czoik fasste die Handlung des Romans 2016 zusammen:
"Im Zentrum der Handlung steht der preußische Legationsrat Erk von Friesen, der in die Malereiadeptin Lena Valentin verliebt ist, sich aber damals wegen seiner noch unsicheren sozialen Stellung von ihr zurückgezogen hat. Lena verlobt sich im Zuge dessen mit einem anderen, worauf Erk aus enttäuschter Liebe zum Nietzsche-Anhänger mutiert. Er schwört aller Moral ab und beginnt seinen Machtfantasien zu frönen, indem er den regierenden despotischen Minister beerben möchte, seinen einzigen Freund vernachlässigt, einen harmlosen Rivalen ausschalten und die bornierte Tochter des Ministers auf seinem Weg nach oben heiraten will; dabei bändelt er auch mit der Landesmutter an. Bei seiner letzten Absicht kommt aber Lena unvermutet ins Spiel und bringt den Wendepunkt: Die Irrtümer werden ausgeräumt, Erk erkennt, dass er immer noch Lena liebt bzw. von dieser geliebt wird. Beschämt nimmt er von der Nietzscheschwärmerei Abstand und heiratet Lena."
Dabei fühlt sich der Leser anfangs in den typischen Operettenstaat eines Duodezfürstentums versetzt (dessen Führungsstil von Hans Wolfhardt, dem sozialdemokratischen (!) Freund des männlichen Protagonisten, überaus zutreffend als "Paschawirtschaft" gekennzeichnet wird). Aufschlussreich für die Perspektive ist da ein Ausschnitt aus dem siebenten Kapitel:
"Denn an diesem äußeren Westrande der Stadt befanden sich nicht, wie in einem richtigen Westend, die Wohnungen der begüterten Einwohner, sondern die engen und ärmlichen Quartiere der Fabrikarbeiter, da nahe an den Abhängen des Hügelstrichs die hohen Schornsteine der Blendheimer Fabrikanten sich in die Lüfte streckten. Das heimgekehrte Stadtkind fühlte aber kein Verlangen, diese Schöpfungen einer neuen Zeit, die hinter seinem Rücken aus dem Boden gewachsen waren, näher kennen zu lernen. Aus der Traumstimmung, in der er die alten Stätten seiner Erinnerung durchstreift hatte, weckte ihn unerfreulich der Anblick eines breit hingepflanzten Gebäudes mit vielen kleinen Fenstern, hinter denen er Webstühle und blasse Gesichter erkannte. Sofort kehrte er um und durchmaß wieder hastig, wie wenn ein Feind ihm auf den Fersen wäre, die auf- und absteigenden Pfade, zwischen denen kleine Bäche eilig zu Thale rauschten."
Die Passage kennzeichnet die nostalgische Wahrnehmung des 66-jg. Dichters, der die Welt der Fabrikarbeit, die auch in dieser Kleinstadt Einzug gehalten hat, mit Fleiß ausblendet. Kein Zweifel: Paul Heyse ist hier auf der Qualitätsstufe der Unterhaltungsliteratur angekommen und tritt 'beherzt' in jene Arena (Hofroman), in der sich Nataly von Eschstruth (s.u.) seit einiger Zeit erfolgreich tummelt