Ricarda Huch (18641947) war die wohl bedeutendste deutsche Schriftstellerin ihrer Zeit, die neben ihrem dichterischen Werk auch eine Reihe historischer Darstellungen hinterließ. Ihren 1916 erschienenen Wallenstein kennzeichnete sie im Untertitel als Charakterstudie. Das nur 173 Druckseiten umfassende Werk ist also keine umfassende Biografie. Es lässt sich eher als eine psychologische Vertiefung des Wallenstein-Bildes verstehen, das die promovierte Historikerin zuvor in ihrem fulminanten Geschichtsroman über den dreißigjährigen Krieg entworfen hatte. (Der große Krieg in Deutschland, erschienen in drei Bänden zwischen 1912 und 1914.) Golo Mann hat beide Werke, wie er selbst bekannte, bewundert; und sie waren so wohl ein entscheidender Anstoß zu seiner eigenen monumentalen Wallenstein-Biografie.
Text des Ebooks in aktualisierter Rechtschreibung!
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