Hier der letzte, posthum erschienene Gedichtband Liebe von Henry Benrath (1882-1949), der eigentlich Albert Heinrich Rausch hieß, aber seit dem Erscheinen seines Romans Ball auf Schloß Kobolnow den Namen von dessen Hauptfigur als Pseudonym wählte. (Dieser und zwei weitere seiner Romane sind übrigens bei Projekt Gutenberg verfügbar.)
Rausch begann als Dichter in der Nachfolge Georges, ohne je zu dessen Kreis zu gehören. Allerdings besaß er weder die sprachliche Meisterschaft noch die dichterische Kraft Georges, dafür vor allem in seinen früheren Gedichten eine Neigung zum Ästhetizismus, zum Preziösen, zum Schwulst und zur Pose, wodurch manche seiner Hervorbringungen auch mal ins unfreiwillig Komische abrutschen. Erst in seinen letzten Jahren gelingt ihm die weitgehende Abkehr von diesem George-Ton-Abklatsch und die Hinwendung zu mehr Schlichtheit und Echtheit, was auch den Gedichten des Bandes Liebe ausgesprochen gut tut.
Thema ist die von leiser Trauer getönte Feier des Daseins, der Liebe und der Schönheit. Die Liebe ist hier weitgehend vergeistigt; Einflüsse buddhistischen Denkens sind spürbar, wie auch in mehreren anderen seiner späten Bücher: ein Hauptabschnitt seiner 1949 erschienenen Aphorismensammlung Unendlichkeit trägt den Titel Nirwana. Die Gedichte in Liebe zeichnen sich trotz ihres gelegentlichen Hangs zum Preziösen durch eine für Rausch bemerkenswerte Modernität der dichterischen Mittel aus, wie freie Verse und gewagte, ungewöhnliche Metaphern.
Rausch begann als Dichter in der Nachfolge Georges, ohne je zu dessen Kreis zu gehören. Allerdings besaß er weder die sprachliche Meisterschaft noch die dichterische Kraft Georges, dafür vor allem in seinen früheren Gedichten eine Neigung zum Ästhetizismus, zum Preziösen, zum Schwulst und zur Pose, wodurch manche seiner Hervorbringungen auch mal ins unfreiwillig Komische abrutschen. Erst in seinen letzten Jahren gelingt ihm die weitgehende Abkehr von diesem George-Ton-Abklatsch und die Hinwendung zu mehr Schlichtheit und Echtheit, was auch den Gedichten des Bandes Liebe ausgesprochen gut tut.
Thema ist die von leiser Trauer getönte Feier des Daseins, der Liebe und der Schönheit. Die Liebe ist hier weitgehend vergeistigt; Einflüsse buddhistischen Denkens sind spürbar, wie auch in mehreren anderen seiner späten Bücher: ein Hauptabschnitt seiner 1949 erschienenen Aphorismensammlung Unendlichkeit trägt den Titel Nirwana. Die Gedichte in Liebe zeichnen sich trotz ihres gelegentlichen Hangs zum Preziösen durch eine für Rausch bemerkenswerte Modernität der dichterischen Mittel aus, wie freie Verse und gewagte, ungewöhnliche Metaphern.





